Liebe Eltern, liebe Kinder!

 

Wir möchten auch in Zeiten mit vermehrten Coronavirusinfektionen (COVID19) bei uns alle unsere Patienten weiterhin gut versorgen können. 

 

Wir teilen unsere Sprechstunden daher auf in:

 

1) Akut-Sprechstunden: Hier sollen Kinder mit akuten Symptomen vorgestellt werden (Fieber, Infekte der Luftwege, Durchfälle, etc.). Da die COVID19-Infektion allein an ihren Symptomen nicht erkennbar ist und im Fall von ihrem vermehrten Auftreten auch die Wahrscheinlichkeit für uns grösser wird, in der Sprechstunde mit dem Virus in Kontakt zu kommen, werden wir Schutzkleidung wie einen Kittel und eine Atemschutzmaske tragen. Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene sollten bitte ebenfalls  einen Mundschutz tragen. Um Patientenansammlungen in der Praxis zu vermeiden und Abstandsregeln einzuhalten, vergeben wir Termine. Wir bitten Sie diese einzuhalten und möglichst nur nach Terminvereinbarung vorstellig zu werden. Auch bitten wir darum, daß nur eine Begleitperson/ein Elternteil zum Termin anwesend ist.

 

 

2) Sprechstunden für Vorsorgen, Impfungen, nicht infektiöse Erkrankungen: auch hier bitten wir um die Begleitung durch nur eine weitere Person/einen Elternteil. Ausnahmen stellen die Termine für Neugeborene dar.

 

Dieses Vorgehen dient auch Ihrem Schutz und dem Ihrer Kinder!

 

Für das allgemein empfohlene Vorgehen bei Kontakten verweisen wir auf folgende Internetseiten: 

http://www.landkreis-miesbach.de

http://www.infektionsschutz.de

http://www.rki.de

http://www.bundesgesundheitsminesterium.de

http://www.bzga.de 

 

Liebe Eltern, liebe Kinder, Vielen Dank für Eure Mithilfe!

 

Drs. Annette Stratmann und Matthias Ensslen und unser ganzes Team

 

 

Stand 14.12.2021

 

Wir verweisen unter anderem auf unten aufgeführten Steckbrief des RKI:

 

 

 

Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19

Stand: 26.11.2021

 

Kapitel 17. Kinder und Jugendliche

 

Empfänglichkeit (Suszeptibilität) und Transmission:
Grundsätzlich ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 von und innerhalb jeder Altersgruppe möglich. Zwar ist das Transmissionsrisiko durch jüngere Kinder nicht abschließend geklärt, jedoch sind Kinder für SARS-CoV-2 suszeptibel und können auch innerhalb der jeweiligen Altersgruppen übertragen (151-157). Kinder nehmen am Transmissionsgeschehen Teil, und COVID-19-Ausbrüche treten sowohl in Kitas als auch in Schulen auf (158). Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Kinder bei der Alpha und Delta Variante eine höhere Empfänglichkeit und Transmission als beim bisherigen Wildtyp aufweisen könnten (159-161).

Infektiosität:
Die Infektiosität im Kindesalter wurde bisher selten untersucht und kann daher nicht abschließend bewertet werden (151-155). Insgesamt scheinen Kinder weniger infektiös zu sein als Erwachsene (152, 153, 155, 162-164). Auf Basis von Haushaltsuntersuchungen gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Empfänglichkeit und Infektiosität von mit der Alpha-Variante infizierten Kindern im Kindergartenalter im Vergleich zu den vorher zirkulierenden Varianten angestiegen ist (159, 165).

Eine Aussage, welche der Altersgruppen innerhalb der Kinder am infektiösesten ist, kann nicht verlässlich gemacht werden (152, 153, 155, 162, 163, 166). Die Studienlage zur Viruslast bei Kindern mit Infektion durch die in 2020 zirkulierenden Wildtyp-Viren ist heterogen, viele Veröffentlichungen werfen methodische Fragen auf. Die Daten einer größeren, qualitativ höherwertigen vorveröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass Kinder, insbesondere jüngere Kinder, wahrscheinlich eine niedrigere Viruslast als Erwachsene haben (167). Innerhalb der Gruppe der Kinder gibt es Hinweise darauf, dass die Viruslast von älteren zu jüngeren Kindern abnimmt (167). Asymptomatische Kinder haben vermutlich eine niedrigere Viruslast als symptomatische Kinder (168).

Dabei ist grundsätzlich zu beachten, dass die zur Verwendung kommende Labormethode (PCR) auch in der Lage ist, kleine und sehr kleine Mengen an RNA nachzuweisen. Dies ist jedoch nicht damit gleichzusetzen, dass noch vermehrungsfähiges Virus vorliegt, was wiederum eine Voraussetzung für die Übertragbarkeit ist.

Symptome und Verlauf:
Die Mehrzahl der Kinder zeigt nach bisherigen Studien einen asymptomatischen oder milden Krankheitsverlauf (42, 169-175). So wurden laut Daten der Corona-KiTa-Studie bei etwa 35% der 0- bis 5-Jährigen mit vorhandenen klinischen Informationen keine COVID-19 relevanten Symptome angegeben (176). Bei 65% der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren wurde mindestens ein Symptom angegeben. In einer Studie der ersten Welle in Deutschland zählten Husten, Fieber und Schnupfen zu den am häufigsten erfassten Symptome (s. Tab. 3).

Tabelle 3: Am häufigsten erfasste Symptome für Kinder und Jugendliche für an das RKI im Rahmen des IfSG übermittelte Fälle während der ersten COVID-19-Welle in Deutschland (42)

  0-4 Jahre 5-19 Jahre
Husten 40% 42%
Fieber 48% 34%
Schnupfen 23% 30%
Allgemeinsymptome 18% 30%
Halsschmerzen 8,5% 8,5%

Geruchs- und Geschmacksverlust wurden seit Meldewoche 17 in 2020 übermittelt. Da sich die Daten auf die erste Welle in Deutschland beziehen, ist dieses Symptom hier nicht dargestellt.

Weitere mögliche klinische Bilder sind Allgemeinsymptome, Halsschmerzen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden, Pneumonie, oder ARDS. In anderen Studien werden darüber hinaus Symptome wie Myalgie (Muskelschmerzen), Brustschmerzen und Herzrasen, sowie Geschmacks- und Geruchsverlust angegeben (170, 171, 173, 175, 177-179). Eine Magen-Darm-Beteiligung kommt häufiger vor als bei Erwachsenen, teilweise auch ohne dass respiratorische Symptome vorliegen (53). Es ist auffällig, dass ein erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen nur ein Symptom aufweist. Der Manifestationsindex wird in Studien etwas geringer als bei Erwachsenen beziffert (172, 173, 180). Nur ein sehr kleiner Teil benötigt eine intensivmedizinische Versorgung und wird beatmungspflichtig (173, 175, 181).

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf:
Bei den hospitalisierten Kindern sind pulmonale (15%) und kardiale (8%) Vorerkrankungen häufiger registriert worden (182). Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sind auch schwere Verläufe beschrieben (172, 181-187). In einer europaweiten Studie waren Alter unter einem Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung sowie Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation (181). Detaillierte Informationen zu stationären COVID-19 Behandlungen im Kindesalter erfasst ein Survey der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

Komplikationen:
In seltenen Fällen entwickeln Kinder ein Krankheitsbild, welches das ECDC als paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS)“ in Kombination mit einem „toxic shock syndrome“ (TSS) bezeichnet. PIMS-TSS weist Ähnlichkeit mit dem Kawasaki-Syndrom auf, das bei Kindern im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten beobachtet wird, wobei an PIMS erkrankte Kinder meist älter sind (188-191). Der Großteil der Kinder muss intensivmedizinisch versorgt werden. Das Krankheitsbild ist in der Regel gut behandelbar, für Kinder mit komplizierteren Verläufen (z.B. bei Entwicklung von koronaren Aneurysmen) ist die Langzeitprognose unklar. Die Sterblichkeit wird in systematischen Reviews mit 1,7-3,5% beziffert (192, 193). Weiterführende Informationen zu diesem Krankheitsbild werden u. a. auf den Webseiten der DGPI, welche auch einen Survey zu PIMS durchführt, und vom ECDC bereitgestellt.

 

Zu den Literaturangaben siehe Originalartikel des RKI auf der entsprechenden Homepage.